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Das Theaterstück entstand in Zusammenarbeit mit Irene Weiler und den Mädchen
Jessica, Tuja und Viktoria von der MädchenZukunftsWerkstatt Teltow.
Die Zukunfts-Szene ist eine eigene Schöpfung der Mädchen.
1.Szene: |
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| Leonie: | Los jetzt, beeilen wir uns! Machen wir
schnell, was deine Oma will, und dann nichts wie weg. Wir haben ja
schließlich noch etwas vor! Ich brenne schon auf den neuen Film von Til Schweiger. |
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| Flora: | Wo soll dieser Zettel von deiner Oma denn sein? Du hast uns doch von ihm erzählt. | |
| Laura: | Oma Monika meinte am Telefon, dass sie ihn
hier irgendwo sichtbar hinlegen wird. Da ist er doch, mitten auf dem Tisch. - Elvis! Elvis, komm her! |
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| Leonie: | (kichert) Was, der Kater deiner Oma heißt Elvis? | |
| Laura: | Ja, meine Oma ist ein Fan von Elvis und seiner Rock-Musik. Sie hat sogar mal ein Konzert von ihm in Berlin erlebt. Und wenn ihr Kater in der Nacht schreiend durch die Wohnung rennt, dann muss sie immer daran denken, wie sie und ihre Freundinnen gekreischt haben, als Elvis von der Bühne sprang und er einer von ihnen wirklich die Hand gab. | |
| Flora: | (ist an den Tisch herangetreten und liest
den Zettel) Oh nein, Laura, das gibt es doch nicht. Das Blatt ist eng
beschrieben.
Der Kater soll gefüttert werden, die Blumen sollen gegossen werden, die Bücher müssen abgestaubt werden, der Wäschebeutel soll zur Reinigung gebracht werden, der Briefkasten soll geleert werden, die Zeitung soll zur Nachbarin, der Kater soll auch noch gebürstet werden. Und wir haben uns eingebildet, heute noch ins Kino zu kommen. Das können wir glatt vergessen. Bis wir hier unten auf dieser Aufgabenliste angekommen sind, da wird das nächste Wochenprogramm im Kino angezeigt. |
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| Laura: | Immer mit der Ruhe und dann mit ‘nem Ruck, sagt meine Oma immer. Ihr solltet ein bisschen runter kommen, wir haben noch viel Zeit. Elvis, komm her! | |
| Flora: | Wenn auf dem Zettel steht, wir sollen ihn füttern, aber er ist nicht auffindbar. Was dann? | |
| Laura: | Dann machen wir ihm das Futter in seine Schüssel. Er wird schon kommen, wenn er Hunger hat. Außerdem stehen doch noch andere Aufgaben auf der Liste. Gießen wir die Blumen zuerst! | |
| Leonie: | Ja, lasst uns endlich anfangen. Ich will hier raus! | |
| Laura: |
Ich gehe erst mal die Gießkanne und das Wasser holen. (verlässt die Szene) |
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| Leonie: |
Flo, pass auf, du fällst gleich über den Karton hinter dir! Komm, wir nehmen ihn aus dem Weg! (Flora und Leonie heben den Karton an. Der Inhalt fällt mit lautem Knall heraus. Laura kommt hereingerannt.) |
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| Laura: | Seid ihr denn verrückt geworden? Das sind Omas wertvollste Sachen! Sie hat immer gesagt, ich soll mich davon fernhalten. Und ihr kippt alles so einfach aus. | |
| Flora: | Jetzt komm mal wieder runter! Wir haben das nicht mit Absicht gemacht. Außerdem, es ist doch nur altes Zeug! | |
| Laura: | Das ist schon richtig. Aber meiner Oma ist das sehr wichtig. Unersetzbar ist es, sagt sie. Das ist ihr Leben, meint sie immer. Also, vorsichtig damit! Ansonsten muss ich euch die Freundschaft kündigen. | |
| Leonie: | Ist schon gut. Wir passen auf. Ich will mir das mal angucken. Darf ich? | |
| Laura: |
Meinetwegen! Um ehrlich zu sein, Ich bin auch neugierig. Sie wird das
nicht merken, wenn wir dann alles wieder ganz sorgfältig in den Karton
legen. (Die Mädchen hocken sich neben den Stapel mit Büchern und Mappen.) |
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| Flora: | Wow, das ist ja total interessant. Schaut mal hier, die Fotos. Wie die angezogen sind! Die Mädchen immer mit Schürze. Und oft bei der Hausarbeit. | |
| Laura: | Es war eben Frauenarbeit, wie Oma immer sagt. Aber das sind nicht nur Sachen von Oma, sondern auch Dinge von ihrer Mutter und Sachen, die sie sogar noch an ihre Großmutter erinnern, also sehr, sehr alt. Wir müssen wirklich vorsichtig sein. | |
| Flora: | Die großen Schleifen auf dem Kopf! Das würde mich aber stören. Da musste man bestimmt immer ganz gerade laufen. Mit dem Kopf nach unten kannste damit nicht am Klettergerüst hängen. | |
| Leonie: |
Ich glaube, das durften die Mädchen vor 100 Jahren auch nicht. (nimmt einen zusammengebundenen Stapel mit Briefen, sie öffnet das Band und nimmt Briefe aus einem Umschlag) Ich kann das gar nicht lesen. Eine ganz andere Schrift! Wie schnörkelig die geschrieben haben. Witzig! Und so ordentlich. Wie haben die das nur gemacht. |
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| Laura: | Oma Monika hat mir erzählt, dass es bei ihr in der Schule das Fach Schönschreiben gab. Da wurden Texte nur abgeschrieben, also schön abgeschrieben. Das muss langweilig gewesen sein! Aber sie schreibt noch heute wie gedruckt. | |
| Leonie: | Guckt mal, was das für Sachen sind! | |
| Sie hält eine langärmelige Bluse hoch, Flora hält sich einen Rock an. Das Licht geht aus. Die Mädchen legen die Sachen weg und verschwinden hinter dem Vorhang. Lampe wird gedreht. Licht wieder an. Es ist nur auf die Erzählerin ausgerichtet. | ||
| Erzählerin: |
Als die Mädchen sich die Sachen begucken, geht etwas Seltsames mit ihnen
vor. Sie verwandeln sich in Oma Monika und ihre Freundinnen Brigitte und
Renate. Aber alle drei sind jetzt gerade 14 Jahre alt. Die Mädchen von
heute springen etwas mehr als 50 Jahre zurück. Und nun schreiben wir irgendein Jahr im Jahrzehnt zwischen 1950 und 1960. Der Zweite Weltkrieg ist schon einige Zeit vorbei. 1948 und 1949 sind zwei deutsche Staaten entstanden, die BRD und die DDR. Ihre politische Entwicklung liegt sehr weit auseinander. Aber das Leben der Frauen ähnelt sich in den ersten Jahren, auch wenn der Lebensstandard, also das, was man sich im täglichen Leben leisten kann, in der BRD sehr viel schneller ansteigt als in der DDR. Die Männer sind in Kriegsgefangenschaft oder sie sind im Krieg gestorben. Oder sie sind verschollen. Das bedeutet, keiner weiß, was mit ihnen geschehen ist. Deutschland liegt in Trümmern, und das östlich und westlich der Elbe. Wie sollen Frauen mit ihren Kindern leben, wenn die Wohnungen fehlen? Also fangen sie an, die Häuser bewohnbar zu machen. Sie räumen die Trümmer weg und beginnen, die Häuser aufzubauen. Trümmerfrauen sind ein Symbol für diese erste Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Frauen machen Männerarbeit, nicht nur beim Wegräumen der Trümmer, sondern auch auf dem Bau und in den Fabriken. Diese sind jetzt nach dem Krieg auf die Frauen angewiesen. Und doch wurde den Frauen bis zu 60 Prozent weniger Lohn als den Männern gezahlt. Bis 1945 waren viele Frauen nur als Hilfsarbeiterinnen beschäftigt. Frauen wollte vor 100 Jahren keiner in technischen Berufen ausbilden. Man meinte damals, es mangele den Mädchen und Frauen an Denkvermögen, an Sachlichkeit und an Zielstrebigkeit beim Arbeiten. Langsam ändert sich in den 50er Jahren diese veraltete Ansicht. Das Motto der Vergangenheit „Nur eine gute Mutter ist eine gute Frau." wirkt aber noch immer in den Köpfen. Und das nicht nur in denen der Männer. Auch viele Frauen denken so. Über Kinderkrippen und Kindergärten wird wenig gestritten. Warum auch! Es gibt ja die Frauen und die Mütter. Lange bleiben die alten, überlieferten Vorstellungen und Meinungen erhalten. Und doch, im 20. Jahrhundert beginnt eine Entwicklung, die die Stellung der Mädchen und Frauen in der Gesellschaft grundlegend verändert. Das geht nicht ohne Auseinandersetzungen, die bis in die Familien hineinwirkten. |
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| Licht aus. Der Vorhang vor dem Papiertheater wird zurückgezogen. Die Lampe schwenkt auf den Vorhang. Der Vorhang wird geöffnet. Das Licht geht an. | ||
2. Szene:
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| Oma: | Monika, du hast wieder diesen schrecklich kurzen Rock an. Ich habe dir gestern schon gesagt, dass sich ein Mädchen deines Alters so nicht kleidet. Du bist doch schon 14. Da muss das Knie bedeckt sein. |
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| Monika: | Und warum muss das so sein? | |
| Oma: | Weil es eben so sein muss. Willst du, dass die Jungs hinter dir herpfeiffen? Dann kannst du auch gleich wie unsere Nachbarin mit der Zigarette im Mund powackelnd die Straße lang laufen. | |
| Monika: | Und was ist daran so schrecklich? | |
| Oma: | Halt die Luft an! Noch so ein Widerwort und du spürst meine Hand im Gesicht. Binde dir die Schürze um und geh in die Küche! Da steht seit gestern der Korb mit den weißen Bohnen, die ausgepuhlt werden müssen. | |
| Monika: | Und warum kann Herbert das nicht machen? Der ist wieder draußen und spielt Fußball. | |
| Oma: | Du willst doch wohl deinen Bruder nicht in die Küche schicken. Bohnenauspellen ist Frauenarbeit. Wenn du deine eigene Familie hast, musst du wissen, wie das Essen vorzubereiten ist. | |
| Monika: | Ich bin aber jetzt gleich mit Brigitte und Renate verabredet. | |
| Oma: | Ja, du kannst dich mit ihnen treffen, wenn du deine Arbeit fertig hast. Ich gehe in die Waschküche. Das Wasser im Waschkessel wird schon kochen und ich muss die Wäsche einweichen. Also, melde dich bei mir, wenn die Bohnen fertig sind. | |
| Die Oma verlässt die Szene. Brigitte und Renate tauchen auf. | ||
| Renate: | Monika, du bist ja noch nicht fertig. Wenn wir nicht bald am Bali-Kino sind, dann gibt es nur noch die Karten in der ersten Reihe. | |
| Monika: | Ihr müsst alleine ins Kino. | |
| Brigitte: | Du hast dich doch so auf den neuen Film mit Elvis gefreut. | |
| Monika: | Das mach ich auch immer noch. Aber ich muss in die Küche. Oma hat mir Arbeit hingestellt. | |
| Renate: | Warum lässt du dir das gefallen? | |
| Monika: | Das möchte ich auch wissen. Aber Oma arbeitet selbst bis zum Umfallen. Da kann ich ihr die Bohnen nicht auch noch stehen lassen. | |
| Renate: | Sollen wir dir helfen? | |
| Monika: | Nein, ihr geht ins Kino und morgen erzählt ihr mir alles. Ich träume von Elvis beim Bohnenauspellen. | |
| Brigitte: | Manchmal wünsche ich mir, ein Junge zu sein. | |
| Monika: | Das wünsche ich mir jedes Mal, wenn Herbert zum Sportplatz trabt und ich mich in der Küche einfinden muss oder Oma beim Bügeln zu helfen habe. Schade, dass Mama nicht da ist. Da würde die Sache anders laufen. | |
| Renate: | Das glaube ich auch. Aber sag mal, wo ist denn deine Mutter eigentlich? Ich habe sie schon ein paar Tage nicht gesehen. | |
| Monika: | Mama kommt jetzt immer sehr spät nach Hause. Stellt euch vor, sie macht seit voriger Woche eine Ausbildung zur Buchhalterin. Das dauert ein halbes Jahr und dann will ihr Betrieb sie zum Studium schicken. | |
| Brigitte: | Da tust du mir aber leid. | |
| Monika: | Wieso tue ich dir da leid? | |
| Brigitte: | Na, wenn deine Mutter studiert, verdient sie kein Geld. Und dein Vater ist im Krieg verschollen. Meine Mutter hat mal deine Oma gefragt, wie ihr über den Monat kommt und nicht mal Halbwaisenrente kriegt. | |
| Monika: | Ja, das mit Papa stimmt. Aber mit dem anderen irrst du dich. Es gibt so was, das nennt sich Frauensonderstudium. Die Frauen arbeiten einige Tage in der Fabrik und einige Tage lernen sie und sie bekommen ihr volles Geld. | |
| Renate: | Das muss ich nachher gleich meiner Mutter erzählen. Sie würde auch gern lernen, denkt aber, dass sie das wegen uns Kindern von der Zeit und vom Geld her nicht machen kann. | |
| Brigitte: | Meine Mutter ist strikt dagegen, dass Frauen studieren. Sie meint immer, die Frauen sollten sich mal um die Familien kümmern, da hätten sie genug Arbeit und würden auch noch was Gutes tun. | |
| Renate: | Na, genug geredet. Auf zum Bali! | |
| Monika: | Zieht ab! Aber geht nicht an der Waschküche vorbei. Wenn Oma dich in den Hosen sieht, dann darfst du nicht mehr meine Freundin sein. Mit ihren Ansichten ist sie in ihrer Jugendzeit stehengeblieben. Und ich möchte darüber keinen Streit. An allem, was Mama macht, hat sie was auszusetzen Und bei mir ja sowieso. Vor allem nach außen hin muss alles stimmen. Die Nachbarn könnten sich aufregen. Das Anziehen ist ein tägliches Thema bei uns. Ein Mädchen ist ein Mädchen, sagt Oma immer, und hat sich auch so zu benehmen und zu kleiden. Ach, da kommt ja Mama! So früh heute? | |
| Mutter: | Guten Tag, Mädchen! Warum geht ihr ohne Monika! Habt ihr euch gestritten? Ihr wolltet doch gemeinsam ins Kino, um euch den neuen Elvis Film anzusehen. | |
| Brigitte: | Wir gehen ins Kino. Aber Monika darf nicht mit. | |
| Mutter: | Wieso das denn, Monika? | |
| Monika: | Na ja, Oma hat mir Arbeit in die Küche gestellt und die habe ich noch nicht fertig. | |
| Mutter: | Was? Und warum hilft Herbert nicht mit? Den habe ich doch draußen beim Fußballspielen gesehen. | |
| Monika: | Ach, lass doch, Mama. Ich habe mich schon damit abgefunden, dass mir Brigitte und Renate den Film erzählen werden. Sie bringen mir auch ein Filmprogramm mit, wenn du ihnen eine Mark gibst. | |
| Mutter: | Die Mark kriegst du. Aber, nein, das klären wir jetzt ein für alle Mal. Mutter! | |
| Oma: |
(hinter der Szene) Ja, was ist los? |
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| Mutter: | Komm doch bitte mal her! Ich muss mit dir was besprechen. | |
| Oma: |
(kommt auf die Szene) Ach, Ursula! Deine Schule heute schon aus? |
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| Mutter: | Nein, ich gehe gleich wieder. Ich habe heute morgen nur meinen Hefter vergessen. Mutter, sag mal, was soll das. Warum lässt du Monika nicht ins Kino gehen? | |
| Oma: | Die Bohnen müssen... | |
| Mutter: | Ach, die Bohnen, die Bohnen. Mutter, wir schreiben nicht mehr das Jahr 1920. Das kann Herbert heute machen. Ich habe ihn schon gestern und vorgestern mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz gesehen. Monika hat die gleichen Rechte wie er. Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht und ihre täglichen Arbeiten im Haus erledigt. Wenn Herbert spielen darf, dann kann Monika ins Kino gehen. Sie hat sich das Eintrittsgeld auch schon lange zusammengespart. Herbert bricht kein Zacken aus der Krone, wenn er sich mal in der Küche zur Arbeit und nicht nur zum Essen einfindet. | |
| Das Licht geht aus. Der Vorhang wird zugezogen. Die Mädchen kommen hinter dem Vorhang vor und sitzen wieder um den Karton und den Sachen herum. Die Lampe ist auf die Mädchen ausgerichtet. Das Licht geht an. | ||
3. Szene:
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| Leonie: | Kommt mir das nur so vor oder waren die Menschen früher kleiner als wir heute? | |
| Flora: | Ich habe mal gelesen, dass die Menschen von Generation zu Generation größer werden. | |
| Laura: | Wie die Leute wohl in der Zukunft aussehen werden? Ob da zwei Meter die durchschnittliche Körpergröße sein wird? | |
| Leonie: | Die hätten dann kein Problem, aus dem obersten Regalfach was rauszunehmen. Meine Mutter muss manchmal im Laden einen Mann darum bitten. | |
| Flora: | Vielleicht wären die Leute viel, viel lockerer und die älteren gehen jede Woche zu Partys. | |
| Laura: | Das wäre doch cool. Oder? Ich würde gern mal in die Zukunft blicken können. Die Musik der Zukunft hören. | |
| Leonie: | Was mögen die Menschen in 50 Jahren für Tänze haben? | |
| Flora: | Vielleicht tanzen die dann gar nicht mehr selbst, sondern lassen ihre Roboter mit einander oder gegeneinander antreten. | |
| Leonie: | Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie die Frauen und wie die Männer in der Zukunft zusammen leben werden. | |
| Laura: | Oma Monika meint immer, dass sie nichts dagegen hätte, wenn in 50 Jahren die Männer die Kinder kriegen würden und die Frauen den Weltraum erforschen und hinter die nächste Milchstraße fliegen würden. | |
| Flora: | Das hat deine Oma gesagt? Guck mal, was ist das denn hier: eine Rakete? | |
| Laura: | Was? Die Rakete habe ich mal im Kindergarten gebastelt. Dass Oma die aufgehoben hat... | |
| Leonie: | Und da ist auch noch eine Mappe. Da sind Zeitungsausschnitte drin über einen Sputnik. den ersten künstlichen Erdtrabanten, das steht hier. Der hieß so, Sputnik. Das ist russisch und bedeutet so viel wie Erdbegleiter. | |
| Laura: | Ja, meine Oma liebt die Sterne. Als Kind hatte sie ein Fernrohr, hat sie mir erzählt, und sie hat oft abends in den Himmel geguckt. Manchmal hat sie sogar diesen Sputnik gesehen. | |
| Leonie: | Wartet mal, wo ist diese Rakete. Ich hab' da so eine Idee. Aber bitte, lacht mich nicht aus! Wenn wir die Rakete gemeinsam anfassen und bei „drei" fest die Augen schließen, dann reisen wir vielleicht in die Zukunft. Zumindest in Gedanken. | |
| Flora: | Nee, eigentlich möchte ich das nicht. Dann sind wir ja die Omas. Ganz sicher haben wir dann schon graue Haare und die Hände und Beine zittern. Wir müssen mit dem Stock gehen. | |
| Laura: |
Mensch, Flo, sei kein Frosch. Ohne dich wird es in der Zukunft ganz
langweilig sein. Du musst mit. Außerdem, vielleicht gelingt unser Raketenflug
gar nicht. Dann können wir immer noch diskutieren. Hier ist die Rakete. Nun los, alle anfassen, Augen zu! 1 – 2- 3! |
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Das Licht geht aus, Lampe wird gedreht. Die Mädchen gehen hinter den Vorhang zum Papiertheater. Die Lampe geht wieder an. Ihr Licht ist auf die Erzählerin gerichtet. |
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| Erzählerin: |
Ja, wie wird es wohl in 50 Jahren in Teltow aussehen? Wie werden wir Menschen aussehen? Kleiner, größer, dicker, dünner als wir heute? Wie werden wir unsere Haare zurechtmachen? Wie werden wir uns kleiden? Keine von uns weiß es. Manche haben fantastische Ideen zur Mode, zum Straßenverkehr, zu den Einrichtungen der Wohnhäuser. Mich interessiert beispielsweise ganz brennend die Antwort auf die Frage: Wie wird das Zusammenleben in den Familien, unter den Völkern und Religionen organisiert sein? Besser als heute, hoffe ich. Also, fliegen wir mit der Rakete in die Zukunft. Wenn der Vorhang vom Theater weggezogen wird, dann schreiben wir das Jahr 2061. |
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| Das Licht geht aus. Der Vorhang wird aufgezogen. Das Licht geht an und ist aber nur auf das Papiertheater ausgerichtet. | ||
4. Szene:
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| Felicitas: | Oma war heute wieder so altmodisch. Sie wollte, dass ich einen Brief schreibe. | |
| Flora : | Was ist das denn? | |
| Sophie: | Das ist eine @-Mail auf einem Blatt Papier!!! | |
| Felicitas: | Ach ja? Richtig, richtig! Aber das macht viel zu viel Arbeit, es ist umständlich. Mit dem PC und einer @-Mail ist das leichter und geht ja viel schneller. | |
| Flora: | Ich gebe dir Recht, mit einer @-Mail geht alles besser. | |
| Oma Flora betritt die Szene. | ||
| Oma Flora: | Florachen, was hast du denn heute bloß wieder angezogen ? Willst du etwa in die Disco gehen? | |
| Flora: | Nein, will ich nicht. Das ist doch normal, das habe ich doch fast immer an ! | |
| Oma Flora: |
Zu unserer Zeit hat man so etwas nur in die Disco angezogen! Roboter, ich wollte einen Kuchen haben! |
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| Der Roboter betritt von oben die Szene. | ||
| Roboter: |
Ich hole den Kuchen! Der Roboter verschwindet nach oben, er schwebt mit dem Kuchen wieder von oben in die Szene. |
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| Oma Flora: | Wollt ihr noch ein bisschen Kuchen mitnehmen? Ich habe extra einen neues Kuchen-Back-Programm installiert und außerdem dazu noch einen Gang zum Kuchen-Einpacken konstruiert. Das ist mir gut gelungen. Aber mein Küchenroboter braucht gerade dafür noch etwas mehr Übung. Er ist noch viel zu steif. | |
| Felicitas: | Ach nein, danke! Wir haben keinen Hunger! Oder? | |
| Flora: | Genau, also ich habe keinen. | |
| Sophie: | Ich auch nicht! | |
| Oma Flora: | Na dann, Tschüss! | |
| Sophie: | Auf Wiedersehen, Frau Blaubeere! | |
| Flora: | Tschüss, Oma ! | |
| Felicitas: | Zum Glück ist meine Oma mit deiner Oma verreist Sophie! | |
| Flora: |
Oma ist soooooooooooooooooooooooo peinlich !Mit ihrem ,,Florachen"… Das macht doch kein Mensch aus dem Jahre 2061! Was wäre, wenn Lukas mich mit Oma gesehen hätte!! Er hätte mich bestimmt ausgelacht ! |
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| Sophie: | Ach was , das glaube ich nicht! |
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| Flora: | Ich kann immer noch nicht glauben, dass er wirklich mein Freund ist! | |
| Sophie: | Ich finde es doof, dass du schon einen Freund hast und wir noch nicht! | |
| Felicitas: | Ist doch auch egal! Lasst uns lieber ein Eis essen gehen. | |
| Sophie: | In Ordnung! Und für dich Flora? | |
| Flora: |
Ja, auch. Ich kenne einen Eisladen, bei dem es echt gut schmeckt! Mir nach! In der einen Ecke des Bühnenbildes ist der Eisladen angedeutet. Vor dem Eisladen: |
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| Roboter: | Guten Tag! Welche Sorten möchten Sie? | |
| Felicitas: | Ich nehme Schweinebraten und Metallic ! Und was nehmt ihr? | |
| Flora: | Ich nehme Metallic und Lilie! | |
| Sophie: | Ich nehme Autoabgase und Linde! | |
| Roboter: |
Gerne, HNIJIHJzhj! Ich habe Kratzer in Batterie! Ich muss in Reparatur. Aber
vorher bringe ich das Eis. Hier ist es. Das Eis kommt von oben und schwebt zu jedem Mädchen. |
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| Felicitas: | Der arme Roboter! Hoffentlich muss nur eine Schraube festgezogen werden. Na wenigstens haben wir unser Eis. | |
| Flora: | Wie das Eis wohl vor fünfzig Jahren geschmeckt hat? | |
| Sophie: | Bestimmt besser als jetzt! | |
| Felicitas: | Wer weiß! Sicherlich gab es ja ganz andere Sorten. | |
| Licht aus; Die Mädchen gehen wieder zu den Sachen von Oma. Die Lampe wird gedreht , wenn das Licht wieder angeht, ist es auf die Erzählerin gerichtet. | ||
| Erzählerin: | Und mit dem Eislecken und dem Geschmack von sonderbaren Zukunfts-Sorten, aber auch von Erdbeere, Schokolade, Zitrone, Stracciatella auf der Zunge sind die Mädchen wieder zurück in die Gegenwart gekommen. | |
5. Szene:
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| Laura: | Wow, das war toll! Na ja so toll nun auch wieder nicht…. | |
| Leonie: | In der Zukunft hatten die Mädchen viiiieeeel weniger zu tun als vor 100 oder auch vor fünfzig Jahren. Damals standen die Frauen und Mädchen in der Küche und machten das Essen für die Familie. In der Zukunft war das anscheinend ja ganz anders. Dort machten es Roboter. | |
| Flora: | Stimmt! Aber wer hat die Roboter programmiert? Erinnert euch, die Oma konnte das. Ob das dann alle können, so wie alle heute die Waschmaschine oder die Mikrowelle bedienen können? | |
| Laura: | Das wissen wir nicht. Wir wissen heute nur, wie das Leben der Menschen vor 50 Jahren oder vor 100 Jahren war. Aber auch da wissen wir noch lange nicht alles. | |
| Flora: | Ja, lasst uns bei Gelegenheit noch mal so eine Zeitreise machen.Vielleicht in das Leben vor 100 Jahren, vor 1000 Jahren, vor 2000 Jahren, vor 3000 Jahren… | |
| Leonie: | Genug, genug. Dazu brauchen wir auf jeden Fall mehr Zeit. Lasst uns jetzt die Sachen von Oma wieder in den Karton packen. | |
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Die Mädchen legen alles in den Karton zurück. Mit dem Zuklappen des Deckels geht das Licht aus. Alle gehen hinter den Vorhang. |
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Ende des Stückes |
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